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Die 20 führenden Intellektuellen der Welt

Mit Ranglisten ist das so eine Sache. Egal ob es um Länder, Städte oder Universitäten geht - jede solche Liste - zumindest aber jede, die es wert ist, angefertigt zu werden - sorgt zunächst einmal für Diskussionen. Als wir unsere Leserinnen und Leser in der letzten Ausgabe baten, darüber abzustimmen, wer die zurzeit führenden Intellektuellen der Welt sind, sind wir schon davon ausgegangen, ein großes Feedback zu bekommen.

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Geschrieben von Fethullah Gülen   
Sonntag, 04 Juli 2004

Menschen, die sich dazu entschlossen haben, tragende Stützen ihres Staates zu sein, vergessen zwar gelegentlich ihre eigenen Probleme. Die Angelegenheiten, die für ihren Staat von Bedeutung sind, lassen sie jedoch niemals aus den Augen.

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Das höchste Ansehen genießen diejenigen Staaten, deren Bürger in allen öffentlichen Angelegenheiten im Einvernehmen mit einander handeln und die Überzeugungen der Mehrheit respektieren. Es bedarf wohl keiner ausdrücklichen Erwähnung, dass die Bürger eines solchen Staates im Regelfall eine gemeinsame Erziehung genossen haben, die ihnen in den Fächern Religion, Sprache und Historisches Bewusstsein universelle Werte vermittelt hat.

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Wenn wir die Kritik derer, die wir lieben und von denen wir geliebt werden, nicht ertragen können, laufen wir Gefahr, unsere Freunde zu verlieren und uns unserer Fehler nie bewusst zu werden.

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Vergiss die Versprechen, die andere Menschen nicht eingehalten haben. Denk liebe an deine eigenen Projekte, die gescheitert sind. Mache anderen keine Vorwürfe, wenn sie dir nichts Gutes getan haben, sondern erinnere dich lieber daran, wie viele Chancen, anderen Gutes zu tun, du hast verstreichen lassen.

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Ein sehr wichtiger Grund für die Schwäche eines Staates liegt darin, dass sich seine Bürger leichtfertig von Mitmenschen täuschen lassen, die vorgeben, ihre Freunde zu sein. Man sollte nicht allen Versprechungen Glauben schenken. Niemand sollte sich dazu hinreißen lassen, einem Ratgeber nur deshalb zu vertrauen, weil er ein Lächeln aufgesetzt hat.

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Wenn die Bürger eines Staates Betrug und Schwindel mit Klugheit und Intelligenz verwechseln, dann leidet dieser Staat unter einer Krankheit, die dem Krebs im Endstadium ähnelt. Genesungsprozesse, die eventuell hier und da zu beobachten sein mögen, sind nur trügerisch. Sie deuten genauso wenig auf eine Besserung des Zustands hin, wie das Anschwellen eines Lymphknotens auf ein gesundes Wachstum hinweist.

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Wenn die Beziehungen der Bürger eines Staates untereinander so stark wie familiäre Bindungen sind, wird sich dieser Staat schnell weiterentwickeln. Staaten hingegen, deren Bürger einander nicht vertrauen und lieben, sind weit davon entfernt, Staaten im eigentlichen Sinne des Wortes zu sein. Abgesehen davon versprechen diese Staaten auch nichts für die Zukunft.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 01 Juni 2006 )
 
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